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Forschungsblog im Nationalpark Gesäuse.

Forschungsblog


Forscher*innen über die Schulter schauen.
Was tut sich in der Forschung im Nationalpark Gesäuse? Welche Tier- und Pflanzenarten gerade besonders in unserem Fokus stehen oder welche Projekte im Freiland derzeit umgesetzt werden, können Sie hier lesen. Wir informieren hier auch über aktuell fertiggestellte Berichte und wissenschaftliche Publikationen.

Flussuferläufer fühlen sich sichtlich wohl


Montag, 21.06.2021, geschrieben von Alexander Maringer

Intensiv arbeiten wir seit Jahren daran, dass Flussuferläufer ruhige Brutgebiete im Gesäuse vorfinden. Das gelingt durch die bewährte Lenkung der Besucher*innen immer besser, wie es scheint. Dafür sagen wir ein herzliches Dankeschön!

 

Zur Gründungszeit des Nationalpark Gesäuse wurden jährlich rund fünf Brutpaare bestätigt, vor zehn Jahren bereitet der Tiefststand mit zwei Paaren Sorge. Nun freuen wir uns wieder über 7-8 Brutpaare entlang der Enns zwischen Gesäuseeingang und Gstatterboden. Das klingt nicht viel, macht aber mehr als ein Viertel des Brutbestandes in der Steiermark aus und ist das größte bekannte Brutvorkommen im Bundesland!

Mehr zu unseren Naturphänomenen und den Tieren im Nationalpark Gesäuse finden Sie hier. Wie sich sich so verhalten, dass Sie den Flussuferläufer nicht stören, haben wir im Fair Play Folder zusammengefasst.

Wir schützen Österreichs Naturerbe


Dienstag, 25.05.2021, geschrieben von Alexander Maringer

Seit ihrer Gründung erfassen die sechs österreichischen Nationalparks die Vielfalt ihrer Fauna und Flora. In einem gemeinsamen Projekt analysierte das Umweltbundesamt und das Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien nun diese Daten.

 

Die österreichischen Nationalparks nehmen nur knapp 3 % der österreichischen Landesfläche ein, ergänzen einander aber beim Schutz der Biodiversität. Während die Hotspots der Wirbeltiere in den Nationalparks Seewinkel und Donau-Auen liegen, zeichnen sich die inneralpinen Nationalparks durch Artenvielfalt bei Endemiten, Pflanzen und Lebensräumen aus.

 

Die Studienautoren halten aber auch fest, dass Klimawandel, invasive Arten und Luftschadstoffe vor keiner Nationalpark-Grenze haltmachen. Die Aufgabe der Nationalparks, natürliche Ökosystemprozesse zu erhalten, auf deren Basis Arten und Lebensräume überdauern können, wird durch viele menschlichen Eingriffe außerhalb von Nationalparks erschwert.

 

Die wichtigsten Fakten zur Studie:  www.nationalparksaustria.at/unsernaturerbe

Vollständiger Bericht: http://www.parcs.at/npa/mmd_fullentry.php?docu_id=42247

19.05.2021

Vernetzungstreffen Eisenwurzen

Vernetzungstreffen LTSER Plattform Eisenwurzen:
Forschung in der Region – Forschung für die Region

Mehr Infos zum Workshop erhalten Sie über den unten stehenden Link.

Vernetzungstreffen Eisenwurzen
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Alpiner Hotspot der Artenvielfalt


Donnerstag, 22.04.2021, geschrieben von Alexander Maringer

Nicht immer gelingt es uns, unsere Forschungsergebnisse einem so breiten Publikum zugänglich zu machen. Wenn aber eine große österreichische Tageszeitung ein wissenschaftliches Paper aufgreift, dann freut uns das besonders.

 

Zum Nachlesen:

Forschung Spezial – Der Standard

Alpiner Hotspot der Artenvielfalt – Researchgate

Windkantenrasen – wie bitte?


Dienstag, 23.03.2021, geschrieben von Alexander Maringer

Windenergie spielt im Gebirge eine zentrale Rolle. Nein, wir sprechen nun nicht über Windkraftanlagen. Besonders an Graten und Gipfeln weht oft eine kräftige Brise. Pflanzen die in dieser Gegend wachsen, müssen ohnehin schon gut an Kälte angepasst sein, denn besonders im Winter ist ein Leben in Gipfelnähe extrem hart. Wird der Schnee abgeweht, dann ist es wirklich eisig. Die tiefen Temperaturen und die vom Wind aufgewirbelten Eiskristalle wirken wie ein Sandstrahlgerät. Wer da oben bestehen will, braucht spezielle Schutzmechanismen. Die Pflanzen bleiben daher dicht am Boden, bilden robuste Blätter aus und wachsen oft in kompakten Polstern.

Pflanzengesellschaften, die in solchen extrem windigen Stellen wachsen und deren Pflanzen diese angepassten Eigenschaften besitzen, nennt man Windkantenrasen. 2020 wurden in einer Untersuchung am Tamischbachturm genau diese speziellen Artgemeinschaften dokumentiert.

Die gesamte Forschungsarbeit zum Download finden Sie im Datenzentrum:

Zur Forschungsarbeit

Neue Fledermausart nachgewiesen


Montag, 15.02.2021, geschrieben von Alexander Maringer

Im Nationalpark Gesäuse gelang der erste Nachweis des „Kleinen Mausohrs“. Die Art besiedelt in Österreich nur ein sehr kleines Areal und ist vom Aussterben bedroht. Diese Fledermausart lebt im Sommer in großen Kolonien zusammen mit ihrer Schwesterart, dem Mausohr, und ist damit sehr schwer zu entdecken. Der neue Nachweis aus dem Nationalpark ist daher besonders wertvoll.

Für die Forscher*innen stellt das anspruchsvolle Gelände und die große Zahl an Höhlen während der zweijährigen Untersuchung natürlich eine Herausforderung dar. Im Nationalpark Gesäuse wurden insgesamt 18 Arten nachgewiesen, in der gesamten Steiermark sind es 26 Fledermausarten. Das ist für den Gebirgslebensraum eine beeindruckende Zahl. Die naturbelassene Berglandschaft aber auch die traditionellen Almen sind ein Refugium für viele Arten und die ruhigen Winterquartiere in den Felsnischen und Höhlen des Gesäuses wissen die Fledermäuse besonders zu schätzen.

 

Die gesamte Forschungsarbeit zum Download finden Sie im Datenzentrum:

http://www.parcs.at/npg/mmd_fullentry.php?docu_id=41404

Winterorgane für den Naturschutz


Montag, 21.12.2020, geschrieben von Alexander Maringer

Wir sind für euch da

 

„Wir sind für euch da!“, sagen die Nationalparkorgane zu den Auerhühnern. Auch während der Wintermonate wird der Nationalpark Gesäuse beaufsichtigt. Die vereidigten Organe kümmern sich um die Schirouten und deren Beschilderung, überwachen die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und sind Ansprechpartner*innen für alle, die uns besuchen.

Wenn Bäume in den Himmel wachsen


Dienstag, 01.09.2020, geschrieben von Alexander Maringer

Die Himmelstoßtanne ist auf dem besten Weg in den Himmel zu wachsen. Eine Messung ergab, dass sie erstaunliche 47 Meter hoch ist und in Brusthöhe einen gewaltigen Umfang von 3,95 Metern hat!

Ganz stimmt das allerdings nicht, denn Bäume können gar nicht in den Himmel wachsen. Das liegt an der Physik. Blätter verdunsten Wasser. Die Verdunstung sorgt dafür, dass Wasser über komplizierte Leitungsbahnen von den Wurzeln in die Krone gesogen werden kann. Je höher der Baum allerdings wird, desto schwieriger ist es, das Wasser so weit hinauf zu transportieren und irgendwann ist eine Grenze erreicht, wo sich Gasblasen bilden würden und das System nicht mehr funktioniert. Daher wachsen Bäume – nicht mal die Himmelstoßtanne – nicht in den Himmel.

P.S.: Diese Tanne ist benannt nach dem legendären Forstdirektor Franz Himmelstoß, von 1953 bis 1967 Leiter des Forstbetriebes Steiermärkische Landesforste, der sich für die Erhaltung der starken Solitärbäume massiv und nachdrücklich eingesetzt hat.

Mit Holz einen Blick in die Geschichte wagen


Dienstag, 20.08.2020, geschrieben von Magdalena Kaltenbrunner

Im Sulzkarsee schlummert so manches Geheimnis. So liegen etwa seit knapp 1400 Jahren zwei Fichtenstämme im See. Im Rahmen des Sulzkarseeprojekts wurde je ein Teil geborgen und nun datiert.

Bäume produzieren während ihres Lebens Holz. In unseren Breiten wird dieses Holzwachstum im Winterhalbjahr unterbrochen. Dadurch entstehen klar abgegrenzte Jahresringe und je nach Witterungsabfolge über mehrere Jahre ein einzigartiges Muster, das in allen Bäumen einer Holzart und Region wiedererkennbar ist. Das Muster kann zur Datierung genutzt werden.

Die beiden Stämme aus dem Sulzkarsee im Nationalpark Gesäuse sind in den Jahren nach 617 bzw. 590 n.Chr. in den See gestürzt und waren mindestens 150 bzw. 377 Jahre alt. Der Ältere stand also schon um das Jahr 200 n. Chr. am Seeufer!

Ausreissen-ausgraben-entsorgen


Montag, 03.08.2020, geschrieben von Barbara Bock

Ende Juli rückte ein 7-köpfiges Team mit Spaten und Schaufel aus, um einem Vorkommen des Japanischen Staudenknöterichs im Nationalpark abermals an den Kragen zu gehen.

Der Japanische Staudenknöterich gilt als hoch invasiver Neophyt, der durch sein schnelles Wachstum und seine großflächige Ausbreitung die Vielfalt unserer Pflanzen- und somit auch unserer Tierwelt beeinträchtigt.

Um den Staudenknöterich in die Knie zu zwingen, muss er so tief wie nur möglich ausgegraben werden. Das ist leichter gesagt, als getan – meterlange Rhizome und tiefreichende Wurzeln erschweren das Vorhaben. Und zu guter Letzt muss das Schlachtfeld auch noch gründlichst aufgeräumt werden, denn aus einem kleinen, vergessenen Stängelstück kann sich innerhalb kurzer Zeit wieder eine vollständige Pflanze entwickeln.

Der Staudenknöterich-Bestand an der Enns wurde heuer bereits zum dritten Mal bearbeitet und die Bekämpfungsmaßnahmen zeigen erste Erfolge. So konnte seine Wuchskraft mittlerweile um zwei Drittel reduziert werden. Insgesamt wurden neun Müllsäcke á 80l voll Pflanzenmaterial beseitigt, die zur fachgerechten Entsorgung zum Abfallwirtschaftsverband nach Liezen gebracht wurden.
Im Herbst erfolgt noch eine Nachkontrolle, um etwaige Neuaustriebe zu beseitigen.

Der Neophyten-Aktionstag fand, wie bereits in den Jahren davor, wieder in Kooperation mit der HBLFA Raumberg-Gumpenstein statt. Vielen Dank für eure großartige Unterstützung!

Naturdynamik bei Gewitter


Dienstag, 07.07.2020, geschrieben von Alexander Maringer

Bei einem heftigen Gewitter bleibt kein Stein auf dem anderen…

Das normalerweise ausgetrocknete Bachbett des Haindlkars verwandelt sich bei Starkregen innerhalb von Minuten in einen reißenden Strom aus Wasser, Schlamm und Geröll. Der Weg zur Haindlkarhütte ist dann lebensgefährlich und unpassierbar.

Das Weissenbachl östlich von Gstatterboden ist ein kleines, klares Bacherl. Das ändert sich bei einem Gewitter schlagartig. Wasser, Schlamm und Geröll bahnen sich ihren Weg hinunter zur Enns. Das Video stammt vom 1. Juli 2020. Mit bestem Dank an Christoph Strobl von AOS rafting. www.rafting.at

Neue Schmetterlings-art nach Gesäuse-Forscher benannt!


Mittwoch, 19.02.2020, geschrieben von Barbara Bock

In der Wissenschaft werden neue Arten mitunter nach dem Namen verdienter Persönlichkeiten benannt. Kürzlich erhielt eine neue Schmetterlingsart aus dem Iran den Namen des 2017 verstorbenen steirischen Schmetterlingsforschers Heinz Habeler.

Zu Ehren von Heinz Habeler, einem meiner Mentoren, haben wir eine Noctuiden-Art aus dem Iran nach ihm benannt“, schreibt Benjamin Wiesmair vom Tiroler Landesmuseum über die neue Art „Orthosia habeleri“.

Habeler hat jahrzehntelang die Schmetterlingsvielfalt in der Steiermark erforscht und war dem Nationalpark Gesäuse sehr verbunden. Sein Buch über insgesamt 1.234 Falterarten im Schutzgebiet erschien Ende 2017.