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Steinadler
Flussuferläufer
Koppe
Siebenschläfer
Kiefernschwärmer
Totenkopfschwärmer
Kleines Mausohr
Kanadische Goldrute
Glühwürmchen
Vogel-Nestwurz
Äsche
Spanische Flagge
Rotflügelige Schnarrschrecke
Jagabluat
Tannenhäher
Gämse
Fliegen-Ragwurz
Aurikel
Murmeltier
Dunkle Glockenblume
Auerhuhn
Zwergalpenrose
Nordost-Alpenmohn
Ufertamariske
Gebirgsbach-Laufwolf
Stängelloses Leimkraut
Grünes Besenmoos
Schneehase
Schneerose
Aquila chrysaetos
Steinadler
Der Steinadler (Aquila chrysaetos) ist der König der Lüfte im Nationalpark. Mit seinen gewaltigen Flügeln, die eine Spannweite über 2 m erreichen können, nutzt er die Aufwinde an den Hängen des Gesäuses zur Jagd nach Murmeltieren und jungen Gämsen. Aber auch Aas stellt einen wichtigen Bestandteil der Nahrung da, wodurch Steinadler eine wichtige Rolle im Ökosystem durch die Beseitigung von Fallwild einnehmen. Steinadler binden sich ein Leben lang an ihren Partner und brüten gemeinsam in Horsten in den Steilwänden. Bis ins 20. Jahrhundert stark verfolgt und gejagt, konnte sich der Steinadler durch strengen Schutz in Österreich erholen und die Population nimmt jährlich zu.
Actitis hypoleucos
Flussuferläufer
Der Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) ist ein kleiner Watvogel der an den Flüssen und Bächen des Nationalparks zu finden ist. Schotterbänke frei fließender Gewässer nutzt er zur Nahrungssuche und als Brutplatz. Als Bodenbrüter sind Flussuferläufer besonders durch Störung durch Menschen betroffen, weshalb diese Schotterbänke besonders zur Brutzeit (April bis Juni) gemieden werden sollten. Die größte Bedrohung für Flussuferläufer stellt jedoch der Verlust des Lebensraumes da. Durch Regulierung und Aufstauung von Fließgewässern werden natürliche Schotterbänke immer seltener und somit auch der Flussuferläufer.
Cottus gobio
Koppe
Die Koppe (Cottus gobio) ist ein nachtaktiver Bodenbewohner der sauerstoffreichen, schnell fließenden Flüsse im Gesäuse. Tagsüber versteckt sie sich zwischen und unter den Steinen des Flussgrunds und ist durch ihre graubraune Farbe kaum erkennbar. In der Nacht macht sie sich auf die Jagd nach kleinen Fischen, Insektenlarven und anderen benthischen Lebewesen. Die Koppe ist eine äußerst schlechter Schwimmer und bewegt sich vielmehr in kleinen Sprüngen vorwärts. Schon kleine Stufen im Flussbett regulierter Gewässer können für sie zur unüberwindbaren Barriere werden, weshalb die Koppe in Österreich als „Gefährdet“ eingestuft wird.
Glis glis
Siebenschläfer
Der Siebenschläfer (Glis glis) bewohnt Laub- und Mischwälder und nutzt dort Baumhöhlen in alten Beständen als Unterschlupf. Wie sein Name vermuten lässt verbringt das silbergraue Nagetier einen Großteil des Jahres mit Winterschlaf. Da sie besonders auf Bucheckern zur Ernährung angewiesen sind, kommt es immer wieder zu starken natürlichen Populationsschwankungen, da Männchen sich nur Fortpflanzen können, wenn sie im Vorjahr ausreichend Nahrung zu sich nehmen konnten. Siebenschläfer sind mit ihren großen Augen und Ohren besonders an das Leben in der Nacht angepasst. Die langen Schnurrhaare helfen zusätzlich bei der Navigation durch die Finsternis des Nationalparks.
Sphinx pinastri
Kiefernschwärmer
Wie der Name vermuten lässt verbringt der Kiefernschwärmer (Sphinx pinastri) fast sein gesamtes Leben auf Kiefern. Während sich die nachtaktiven Nachtfalter am Stamm alter Bäume tagsüber perfekt tarnen, nutzen sie die Nacht zur Fortpflanzung und Eiablage. Die Eier werden zwischen den Nadeln abgelegt. Die jungen Raupen sind grün und rostbraun wodurch sie beim Fressen der Nadeln perfekt getarnt sind. Sobald sie genug gefressen haben, verpuppen sie sich am Boden unter herabgefallenen Nadeln und Moosen und überwintern so, bevor sie dann im Mai zu schlüpfen beginnen.
Acherontia atropos
Totenkopfschwärmer
Der Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos) ist ein Nachtfalter der besonders durch seine gelbschwarze Farbe hervorsticht. Als Wanderfalter verlässt er sein eigentliches Verbreitungsgebiet im Mittelmeerraum um die heißen Sommermonate in Zentral- und Nordeuropa zu verbringen. Eine weitere Besonderheit dieses Schwärmers ist, dass er sich von Honig ernährt. Dazu dringt er in der Nacht in Bienenstöcke ein. Die Angriffe des Bienenvolks können ihm dabei nichts anhaben. Fühlen sie sich trotzdem bedroht, können Totenkopfschwärmer quietschende und zurrende Geräusche in ihrem Mund erzeugen.
Myotis oxygnathus
Kleines Mausohr
Eines der seltensten Säugetiere in Österreich ist das Kleine Mausohr (Myotis oxygnathus). Als Insektenfresser müssen Fledermäuse auf Grund des fehlenden Nahrungsangebotes Winterschlaf halten. Die zahlreichen Höhlen im Nationalpark sind das ideale Winterquartier. Naturbelassene Wiesen und Weiden werden zur Jagd nach Insekten genutzt. Österreichweit wird das Kleine Mausohr als „Vom Aussterben bedroht“ eingestuft, da geeignete Lebensräume immer weniger werden. 2021 konnte das Kleine Mausohr erstmalig im Gesäuse nachgewiesen werden.
Solidago canadensis
Kanadische Goldrute
Als Neophyten werden gebietsfremde Arten bezeichnet, die bei uns erst seit der Entdeckung Amerikas vorkommen. Typischer Weise werden diese Arten anfangs als Zierpflanzen oder durch den weltenweiten Gütertransport eingeschleppt. Kommt es zu einer starken Ausbreitung und Verdrängung heimischer Arten und Lebensräume, werden sie als „Invasive Arten“ bezeichnet. Eine dieser invasiven Arten, die öfters auch im Nationalpark anzutreffen ist, ist die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), die an ihren langen goldgelben Blütenständen zu erkennen ist. Besonders stark verbreitet sie sich auf Trockenrasen und Brachflächen, wie zum Beispiel entlang der Eisenbahnstrecke durch den Nationalpark. Durch ihre hohe Wuchsform (bis zu 2m) und die langen Stiele, die auch nach der Vegetationsphase stehen bleiben, können sie diese Lebensräume stark verändern. Andere häufige invasive Arten sind etwa das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera), der Gewöhnliche Sommerflieder (Buddleja davidii) oder der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica).
Lampyris noctiluca
Glühwürmchen
Der Große Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca), besser bekannt als „Glühwürmchen“, nennt die strukturreichen, unbeleuchteten Landschaften des Nationalparks seine Heimat. Die flugunfähigen Weibchen sitzen auf dem Boden und niedrigen Pflanzen und locken dort durch kräftiges grün-gelbes Leuchten des Hinterleibs Männchen an. Menschliche Lichtquellen können die Käfer dabei stark irritieren und den Fortpflanzungserfolg reduzieren. Durch die natürliche Dunkelheit im Nationalpark finden diese mystischen Wesen optimale Lebensbedingungen. Dieses Naturspektakel kann an Sommerabenden von Juni bis Juli beobachtet werden.
Neottia nidus-avis
Vogel-Nestwurz
Diese Orchideenart ist leicht zu übersehen, denn sie kommt ganz ohne dem Pflanzenstoff Chlorophyll aus. Die Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis) erscheint daher nicht im gewohnten Grün der Pflanzen, sondern in fahlem Ockerbraun und entwickelt auch keine bunten Blüten. Sie lebt in Symbiose mit einem Pilz, der ihr aus toter organischer Substanz Wasser, Nährstoffe und Zucker zur Verfügung stellt. Das ermöglicht der Vogel-Nestwurz, auch an schattigen Standorten zu wachsen. Im Nationalpark Gesäuse ist sie in Buchen-Mischwäldern relativ häufig anzutreffen.
Thymallus thymallus
Äsche
Dort wo die Wassertemperatur nicht über 15°C steigt, ist die Äsche (Thymallus thymallus) zuhause. Das Wasser ist hier klar und sauerstoffreich, das Flussbett wird von Geröll und grob- bis feinkörnigem Kies gebildet. Nur auf den seichten Kiesbänken kann die Äsche ablaichen und ihren Nachwuchs sichern. Faktoren wie die Strukturarmut unserer Flüsse, Schwallbetrieb von Kraftwerken, die Erwärmung durch den Klimawandel und auch Fressfeinde haben zum Rückgang der Äsche in vielen heimischen Gewässern geführt. Das trifft auch auf weite Strecken der Enns zu, die den Nationalpark durchquert.
Euplagia quadripunctaria
Spanische Flagge
Der größte Nacht-Schmetterling im Gesäuse ist gleichzeitig auch untertags zu beobachten. Die zur Familie der Bärenspinner gehörende Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria) erreicht eine Flügelspannweite von bis zu fünf Zentimeter. Die Art wird auch „Russischer Bär“ genannt. Die Vorderflügel sind schwarz-blau grundiert mit gelben Streifen, während die Hinterflügel in leuchtendem Orange mit schwarzen Punkten besonders auffallend in Erscheinung treten. Die gerne auf Wasserdost sitzenden Falter treten von Anfang Juli bis Mitte September auf.
Psophus stridulus
Rotflügelige Schnarrschrecke
Mit ihrem grau-braunen bis schwarzen Körper ist die Rotflügeligen Schnarrschrecke (Psophus stridulus) bestens im Gelände getarnt. Wird sie aber hochgeschreckt, entfalten sich beim Sprung ihre tief orange-roten Hinterflügel, die sich deutlich vom Körper und der Umgebung abheben. Der Flügelschlag der Männchen erzeugt zudem ein lautes, sehr charakteristisches Schnarren. Die Weibchen hingegen sind nur leise und eher selten zu hören. Diese unverkennbare Feldheuschrecke kann auf trockenen Magerrasen der Lawinenrinnen bis in eine Seehöhe von 2000 m beobachtet werden, sie kommt im Nationalpark aber auch an sonnigen Straßenböschungen vor.
Primula clusiana
Jagabluat
Die endemische Clusius-Primel (Primula clusiana) ist ein bunter Frühlingsgruß, wenn sie nach der Schneeschmelze ganze Hänge überzieht. Sie gedeiht auf feuchten Kalkfelsen und Steinrasen in der montanen bis alpinen Höhenstufe. Den Namen „Jagabluat“ (Jägerblut) verdankt die Pflanze ihren purpurnen Blüten. Diese nicht höher als 5 cm wachsende Primel ist charakteristisch für extreme Standorte und zwängt sich auch in enge Felsspalten.
Nucifraga caryocatactes
Tannenhäher
Der Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes) ist im Gebirge maßgeblich an der Verbreitung der Zirbe beteiligt. Rund 10.000 Proviant-Plätze für den Winter legt ein einziger Vogel während einer Sammelsaison an und versteckt darin je ca. 10 Zirben-Nüsschen. Den überwiegenden Teil (80 %) dieser Orte kann sich der Tannenhäher merken. So ernährt er sich in den Wintermonaten. Der vergessene Rest reicht aus, um zu keimen und die nächste Generation eines Waldes zu sichern. Das macht den intelligenten Rabenvogel zum „geflügelten Förster des Zirbenwaldes“.
Rpicapra rupicapra
Gämse
Gämsen (Rupicapra rupicapra) bringen ihre eigenen Kletterschuhe und Steigeisen mit. Der ledrige Fußballen wirkt wie eine Antirutschsohle. Die außenliegenden harten Klauen oder „Schalen“ kann der Paarhufer weit auseinanderspreizen und wie Steigeisen einsetzen. Bereits kurz nach der Geburt folgen die Kitze dem Muttertier und meistern auch stark ausgesetztes Gelände problemlos. Gämsen müssen ihre exzellente Trittsicherheit nicht trainieren, sie liegt ihnen praktisch in den Genen. Außerdem sind sie recht verspielt. Vor allem die Kitze und Jahrlinge, so nennt man die einjährigen Tiere, springen gern im Kreis und vollführen regelrechte Tänze und Bocksprünge. Im Frühjahr beweisen sie sich als richtige Wintersportler. Da setzen sie sich gerne auf ihre Hinterläufe und rodeln die Schneefelder hinunter.
Ophrys insectifera
Fliegen-Ragwurz
Diese besondere Orchideenart zieht nicht nur die Aufmerksamkeit menschlicher Betrachter auf sich. Auch Insekten werden von dieser Pflanze auf eine ganz spezielle Art angelockt. Die Blütenform der Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera) imitiert das Aussehen weiblicher Insekten und lockt in Kombination mit der Ausscheidung eines Sexualhormons männliche Insekten an. Getäuschte Grabwespenarten nehmen bei ihrem Paarungsritual mit der Blüte so die Pollen der Pflanze auf und verbreiten sie. Blumen mit dieser Fortpflanzungsstrategie werden als Sexualtäuschblumen bezeichnet.
Primula auricula
Aurikel
Die Aurikel (Primula auricula) ist eine der ersten, deren leuchtend gelbe Blüten man im Gesäuse im Frühling bewundern kann. Im Ennstal ist die kalkliebende Pflanze als „Petergstamm“ viel besser bekannt. Sie besiedelt felsigen Untergrund wie Kalkfelsspalten und Steinrasen, wodurch sie als Charakterart für die Felsregionen im Gesäuse gilt. Ausgestattet mit verdickten, wasserspeichernden Blättern sowie einer Wachsschicht, die vor Sonneneinstrahlung und Verdunstung schützt, ist sie optimal an das Leben im kargen Fels angepasst und schafft es hinauf in luftige Höhen bis annähernd 3000 m.
Marmota marmota
Murmeltier
Im Nationalparkgebiet findet man Murmeltiere (Marmota marmota) nur südlich der Enns auf Bergwiesen. Murmeltiere verbringen viel Zeit unter der Erde und entgehen so ihrem Hauptfeind, dem Steinadler. Sie sind Vegetarier und fressen sich einen Winterspeck an, der sie während dem Winterschlaf durch die kalten Monate bringt. Beim Wandern sieht man die Nager manchmal beim Sonnen auf Steinblöcken. Das Sonnenbad hilft, lästige Insekten loszuwerden, während der Stein der Kühlung bringt. Hört man schrille Pfiffe, dann hat einen das Murmeltier zuerst entdeckt. So zeigen sie ihre Beunruhigung und warnen Artgenossen.
Campanula pulla
Dunkle Glockenblume
Wie die meisten Endemiten des Nationalpark Gesäuse ist auch die Dunkle Glockenblume (Campanula pulla) besonders an kühle Temperaturen angepasst. Sie fühlt sich in feuchten Fels- und Schuttfluren, Dolinen und Schneetälchen mit längerer Schneebedeckung am wohlsten. Da es diese zarte Hochgebirgsspezialistin mit ihren hängenden blau-violetten Blüten weltweit nur in Österreich gibt, wird sie auch Österreich-Glockenblume genannt.
Tatrao urogallus
Auerhuhn
Das Auerhuhn (Tatrao urogallus) gilt als der größte Hühnervogel Europas und gehört zu den sogenannten Raufußhühnern. Während der Balz versuchen die Hähne mit fächerartig aufgestellten „Schaufelfedern“ die Hennen zu beeindrucken. Besonders der in mehreren Strophen vorgetragene Balzgesang imponiert nicht nur den tierischen Zuschauern. Auerhühner stellen einen sehr hohen Anspruch an ihren Lebensraum. Daher gelten sie als „Schirmart“ für den Artenschutz. Das bedeutet, dass durch den Schutz des Auerhuhns gleichzeitig auch viele andere Arten mit ähnlichen Ansprüchen erhalten werden. Sie lieben lichte, abwechslungsreiche Bergwälder, besonders wenn es einen dichten Unterwuchs aus Zwergsträuchern wie Heidelbeere gibt. Mittlerweile ist dieser prächtige Vogel sehr selten geworden.
Rhodothamnus chamaecistus
Zwergalpenrose
Die kleine, zierliche Pflanze blüht je nach Höhenlage von Mai bis Juli und hat charakteristische rosarote und verhältnismäßig große Blüten. Die in den Ostalpen endemische Zwergalpenrose (Rhodothamnus chamaecistus) wächst als immergrüner Zwergstrauch und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 40cm. Sie kann zwar nicht ganz so alt wie ihre „große Schwester“, die Alpenrose werden, schafft aber doch erstaunliche 40 Jahre.
Papaver alpinum ssp. alpinum
Nordost-Alpenmohn
Der Nordost-Alpenmohn (Papaver alpinum ssp. alpinum) ist eine Unterart des Alpenmohns, die nur in den nordöstlichen Kalkalpen zu finden ist. Die einzigen Nachweise weltweit stammen aus der Region vom Toten Gebirge bis zum Schneeberg. Als Pionierpflanze ist er einer der ersten, der „freigewordene“ und oft sehr dynamische Standorte wie Kalkschutthalden besiedelt. Mit seiner tiefen Pfahlwurzel, seinem niederen, polsterförmigen Wuchs und seinem weit verzweigten Feinwurzelsystem, ist er in der Lage den Schuttstrom zu stoppen und ruhende Inseln zu schaffen. So entstehen günstige Bedingungen für die Ansiedlung weiterer Arten. Nicht selten kann der Alpenmohn auch direkt an der Straße nach Johnsbach bestaunt werden, wenn er mit den mächtigen Schuttströmen bis ins Tal herunterrutscht.
Myricaria germanica
Ufertamariske
Die Ufer-Tamariske (Myricaria germanica) wächst auf feinsediment- und schotterreichen Pionierstandorten, wie etwa durch Hochwässer neu gebildete Schotterbänke und Uferbereiche in den Aulandschaften alpiner und voralpiner Fließgewässer. Die Ufer-Tamariske hat es sich zum Vorteil gemacht, selbst nach einer zentimeterdicken Überschüttung von Feinsediment wieder auszutreiben. Dies verschaffte der Pflanze einen Konkurrenzvorteil gegenüber anderem Ufergehölz. Doch diese historisch im Ostalpenraum einst weit verbreitete Art hat durch den massenhaften Verbau von Gebirgsbächen und -flüssen in den vergangenen 150 Jahren einen drastischen Rückgang erlitten. Mit Ausnahme weniger vereinzelter Fließgewässer(-systeme) ist die Ufer-Tamariske in Österreich sehr selten geworden und in vielen Regionen inzwischen ausgestorben.
Pardosa saturatior
Gebirgsbach-Laufwolf
Trockene Schuttrinnen beherbergen zwar eine artenarme, dafür aber ganz eigenständige Artenzusammensetzung. Die im Nationalpark am häufigsten in Schutt anzutreffende Art ist der Gebirgsbach-Laufwolf (Pardosa saturatior). Diese als gefährdet eingeschätzte Wolfsspinne kommt neben Österreich nur in der Süd-Schweiz und in Nord-Italien vor und ist somit ein echter Alpen-Endemit.
Silene acaulis
Stängelloses Leimkraut
Das Stängellose Leimkraut (Silene acaulis) ist eine wahre Alpinistin, sie kommt bis zu einer Höhe von 3.600 m noch vor. An die dort rauen Bedingungen hat sie sich mit ihrer niedrigen und polsterförmigen Wuchsform perfekt angepasst. Im Polster halten sich Feuchtigkeit und Wärme, das kleine Nelkengewächs sorgt so selbst für ein ihr günstiges Mikroklima. Die Polster dieser nur 3 cm hohen Pflanze können einen Durchmesser von bis zu 2 m erreichen und unglaubliche 100 Jahre alt werden.
Dicranum viride
Grünes Besenmoos
Das Grüne Besenmoos (Dicranum viride) wächst bevorzugt an der Rinde dicker, alter Buchen und bildet dort kleine, grüne Polster. Die langausgezogenen Blätter sind leicht brüchig und dienen der vegetativen Verbreitung. Sexuelle Vermehrung hingegen ist relativ selten bei diesem europaweit geschützten Laubmoos zu beobachten. Das Grüne Besenmoos gehört nicht zu den Alpinisten. Ab einer Höhe von 1000 m kommt es kaum mehr vor. Für die Bestände im Gesäuse konnte bisher ein sehr gut bis guter Erhaltungszustand festgestellt werden.
Lepus timidus varronis
Schneehase
Den 50 bis 60 Zentimeter großen Schneehasen (Lepus timidus varronis) glücklicherweise einmal zu Gesicht zu bekommt, ist gar nicht so einfach. Um seinen Fressfeinden auszuweichen, ist er hauptsächlich nachts unterwegs. Morphologisch ist er perfekt an ein Leben im Hochgebirge angepasst. Stark behaarte Pfoten helfen ihm wie Schneeschuhe vor dem Einsinken im tiefen Schnee. Das weiße Fell dient zur Tarnung in der Winterlandschaft und isoliert aufgrund hohem Lufteinschlusses auch hervorragend. Um auch in der schneefreien Zeit unentdeckt zu bleiben, wechselt er im Jahresverlauf drei Mal seine Fellfarbe, eine evolutionäre Anpassung, die in Zeiten des Klimawandels und immer häufiger ausbleibender Schneebedeckung jedoch zum Nachteil für den Schneehasen werden kann.
Helleborus niger
Schneerose
Die Schneerose (Helleborus niger) ist eine ausgesprochene Frühblüherin. Ihre Hauptblühzeit hat sie von Februar bis April, nicht selten jedoch kann man ihre auffallend großen Blüten schon zur Weihnachtszeit entdecken, was ihr auch den Namen „Christrose“ verschafft hat. Trotz ihrer strahlendweißen Blüten wird sie auch „Schwarze Nieswurz“ genannt, da Wurzeln und Rhizom schwarz gefärbt sind. Die Schneerose kann an geeigneten Standorten 25 Jahre alt werden. Wie die meisten Frühlingsblüher ist auch sie giftig.