Frauenschuh
Deutsche Tamariske
025_Nationalpark_Gesäuse_Naturschutz_Ranger©StefanLeitner_NPG

Pflanzen im Nationalpark Gesäuse.

Pflanzen


Zahlreiche besondere Pflanzenarten bewohnen das Gesäuse. Bemerkenswert ist die hohe Vielfalt an Orchideenarten, das Vorkommen von sehr seltenen und bedrohten Arten, sowie die hohe Anzahl an Endemiten.

Zierliche Federnelke

Die Zierliche Federnelke (Dianthus plumarius subsp. blandus), ist nicht die rosa Blume aus dem Garten, sondern ein Endemit aus den Nordöstlichen Kalkalpen. Von Mai bis Juli kann man sie an oder in Schuttgräben – zum Beispiel im Haindlkar – leicht entdecken. Die kleine rosa Blüte lockt mit einem intensiven Duft, den man oft schon riechen kann, bevor man die Blume sieht. Wegen der geringen Verbreitung ist der Erhalt ihrer natürlichen Vorkommen ein wichtiges Ziel in unserem Naturschutz!

Federnelke_Hollinger

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Verliebt in Schuhe

Frauenschuh

Orchideen sind wertvolle Kostbarkeiten der Flora im Gesäuse. Eine besonders imposante Art ist der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus). Die Pflanze hat eine spezielle Taktik, um sich zu vermehren. Wie die meisten Orchideenarten wird auch der Frauenschuh von Insekten bestäubt. Der untere Teil der Blüte ist zu einer sogenannten Kesselfalle ausgebildet. Landet ein vom Duft angelocktes Insekt, so rutscht es am glatten Rand ab und gleitet in den Kessel. Nur über einen schmalen, behaarten Gang kann es diesen verlassen. Am Weg nach draußen bleibt der Pollen an ihm kleben oder es streift schon vorhandenen Pollen an der Narbe (der weibliche Teil der Blüte) ab und befruchtet die Blume. Raffiniert!

Frauenschuh

Beinahe ausgestorben

Ufertamariske

Die Ufer-Tamariske (Myricaria germanica) ist ein Strauch, der als einer der ersten Schotter- und Sandbänke entlang von Wildflüssen und Gebirgsbächen besiedelt. In der Steiermark ist sie beinahe ausgestorben und europaweit stark gefährdet. Daher verdient sie unsere besondere Aufmerksamkeit. Das Verschwinden dieser unscheinbaren, aber bei genauem Hinsehen sehr anmutigen Pflanze mit ihren kleinen, rosa Blüten ist auf die weitgehende Verbauung der Flüsse in Europa zurückzuführen. Die letzten größeren Bestände findet man in Österreich zum Beispiel noch am Lech in Tirol oder auch am Kalser Bach in Osttirol. Auch im Gesäuse war die Ufer-Tamariske bereits verschwunden, wurde aber 2017 als einziges „Auswilderungsprojekt“ im Nationalpark Gesäuse wiederangesiedelt.

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