alpensalamander
Steinadler
Flussuferläuferküken

Flaggschiffarten im Nationalpark Gesäuse.

Flaggschiffarten


Der Nationalpark Gesäuse ist Zuhause für eine unglaubliche Artenvielfalt. Zwischen wildem Wasser und steilen Fels finden zahlreiche Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum in den naturbelassenen Wäldern und alpinen Lebensräumen der Nordöstlichen Kalkalpen. Durch die Lage an den Ausläufern der vergletscherten Alpen während der letzten Eiszeit fanden zahlreiche Arten hier Zuflucht, die bis heute geblieben sind. Besonders hoch ist der Anteil an Arten, die fast ausschließlich im Gesäuse vorkommen, den sogenannten Endemiten.

Bergmolch im Tuempel

Bergmolch

IMG_2380-weissrueckenspecht (c)Thomas Hochebner_NPG

Weißrückenspecht

Raufusskauz

Raufußkauz

Frauenschuh

Frauenschuh

Mauerlaeufer

Mauerläufer

Luchs

Luchs

N-Riesenauge_ChristianKomposch

Nördliches Riesenauge

Loxospora cristinae_HK12418

Loxospora cristinae

Mannia_triandra_Petersgstammgraben_P7060315

Dreimänniges Zwerglungenmoos

Steirischer Nordostalpen-Blindkäfer_Arctaphaenops angulipennis styriacus_Steinkarhöhle_2016_Komposch (1)

Steirischer Nordostalpen-Blindkäfer

Robert Gamperl Video_Clusius-Schafgarbe-3_NPG

Clusius Schafgarbe

IMG_20200612_125557_Lintschnig

Sternhaar-Felsenblümchen

Glatt-Brillenschötchen

Österreichisches Glatt-Brillenschötchen

Federnelke_©Maia_Lemarignier (2)

Zierliche Federnelke

Robert Gamperl Video_Ost-Alpen-Nelke-5_NPG

Ostalpen-Nelke

Andreas Hollinger-11023a_NPG

Ennstaler Frauenmantel

Robert Gamperl Video_Schwarzrand-Margerite-11_NPG

Schwarzrand-Margerite

Steinadler

Steinadler

Flussuferläufer

Flussuferläufer

Hartmann_Martin_Enns_Stauraumspulung_August2017-91

Koppe

Bruno Mikkelsen-0038

Siebenschläfer

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Kiefernschwärmer

totenkopfschwaermer

Totenkopfschwärmer

Greater mouse-eared bat ( Myotis myotis)

Kleines Mausohr

Goldrute

Neophyten / Kanadische Goldrute

Leuchtkäfer Weibchen in der Dämmerung im eigenen Licht – Light beetle Female in his own light at dusk

Glühwürmchen

Vogel-Nestwurz

Vogel-Nestwurz

Aesche

Äsche

Russischer Bär_Maringer

Spanische Flagge

Schnarrschrecke

Rotflügelige Schnarrschrecke

AAAAA2AABB

Jagabluat

Tannenhaeher

Tannenhäher

Gaemse im Steilfels

Gämse

Andreas Hollinger-1420_NPG

Fliegen-Ragwurz

petergstamm

Aurikel

Murmeltier

Murmeltier

Andreas Hollinger-11053a_NPG

Dunkle Glockenblume

Andreas Hollinger-17373_NPG

Auerhuhn

Robert Gamperl Video_Zwergalpenrosen-5_NPG

Zwergalpenrose

Andreas Hollinger-3250a_NPG

Nordost-Alpenmohn

Tamariske

Ufertamariske

Pardosa saturatior_2_Bock

Gebirgsbach-Laufwolf

Andreas Hollinger-5996a_NPG

Stängelloses Leimkraut

grünesbergmoos

Grünes Besenmoos

Schneehase

Schneehase

schneerose

Schneerose

Apollofalter

Apollofalter

Goldglänzender Laufkäfer_AlinaSchramm

Goldglänzender Laufkäfer

Kreuzotter

Kreuzotter

Scharzspecht beim Fuettern

Schwarzspecht

alpensalamander

Alpensalamadner

wasserlaeufer

Wasseramsel

Schneehuehner

Schneehuhn

Dohle

Bergdohle

Bergmolch im Tuempel

Ichthyosaura alpestris

Bergmolch


Der Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) ist in Gewässern des bewaldeten Berg- und Hügellands bis zu 2.000m Seehöhe zu finden. Er ist an der schwarzblauen Körperfärbung und der orange leuchtenden Unterseite zu erkennen. Besonders zur Paarungszeit sind die Männchen in ihrer Färbung besonders ausgeprägt. Die Weibchen legen mehrere Eier einzeln an der Unterseite von Wasserpflanzen ab.  Unter Tags versteckt sich der Bergmolch in den beschatteten Randbereichen der Gewässer, bevor er diese in der Nacht zur Nahrungssuche verlässt um nach Käfern und Regenwürmern zu jagen.

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Dendrocopos leucotos

Weißrückenspecht


Der Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos) ist im Vergleich zum Buntspecht etwas größer und ist durch den durchgehend weißen Rücken und das fehlende weiße Schulterfeld von anderen Spechten zu unterscheiden. Er benötigt natürliche, strukturreiche Buchen-Mischwälder mit einem hohen Anteil alter und toter Bäume, die er zur Nahrungssuche nutzt. Im Nationalpark Gesäuse können sich die Wälder frei von menschlichen Eingriffen entwickeln und so findet der Weißrückenspecht hier einen idealen Lebensraum. Wer gut hinhört kann dem intensiven und langanhaltenden Trommeln in den steilen Bergwäldern des Gesäuses lauschen.

Raufusskauz

Aegolius funereus

Raufußkauz


Der Raufußkauz (Aegolius funereus) ist besonders in kühlen, alpinen Wäldern zu finden. Dort nutzt er Höhlen in alten Nadelbäumen zum Brüten. Der besonders große Kopf mit dem hellen Gesichtsfeld und den leuchtend, gelben Augen gibt dem Kauz einen fast erstaunten Ausdruck. Seinen Namen verdankt der Raufußkauz seinen befiederten Füßen. „Rau“ ist ein alter Begriff für Pelz. Er ist ausschließlich nachtaktiv und jagt in der Finsternis nach seiner Beute. Besonders im Frühjahr kann sein Ruf („po-po-PO-PO-PO“) in ruhigen Nächten von weitem gehört werden.

Frauenschuh

Cypripedium calceolus

Frauenschuh


Orchideen sind wertvolle Kostbarkeiten der Flora im Gesäuse. Eine besonders imposante Art ist der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus). Die Pflanze hat eine spezielle Taktik, um sich zu vermehren. Wie die meisten Orchideenarten wird auch der Frauenschuh von Insekten bestäubt. Der untere Teil der Blüte ist zu einer sogenannten Kesselfalle ausgebildet. Landet ein vom Duft angelocktes Insekt, so rutscht es am glatten Rand ab und gleitet in den Kessel. Nur über einen schmalen, behaarten Gang kann es diesen verlassen. Am Weg nach draußen bleibt der Pollen an ihm kleben oder es streift schon vorhandenen Pollen an der Narbe (der weibliche Teil der Blüte) ab und befruchtet die Blume.

Mauerlaeufer

Tichodroma muraria

Mauerläufer


Mit etwas Glück kann dieser hochalpine Singvogel (Tichodroma muraria) mit seinem prächtigen, leuchtend rotweißen Gefieder vor den steilen Felswänden und Wildbachschluchten des Nationalpark Gesäuse beobachtet werden. Sein schneller Flügelschlag und der lange spitze Schnabel erinnern an einen Kolibri. Mit seinen langen Zehen und Krallen findet er selbst an steilen Felswänden Halt und hüpft geschickt von einem Felsvorsprung zum nächsten. Dort sucht er in Grasbüscheln und Felsspalten nach Insekten oder gelangt zu kleinen Höhlen und Felsnischen, die er als sicheren Ort für seine Brut verwendet. Diese Brutplätze liegen in den ausgedehnten Felswänden so gut versteckt, dass sie selbst von erfahrenen Beobachter*innen oft nur schwer zu entdecken sind.

Luchs

Lynx lynx

Luchs


Historisch besiedelten Luchse (Lynx lynx) alle Wald-und Steppengebiete Eurasiens. Durch rigorose direkte Verfolgung wurden sie bis 1900 in Österreich und beinahe ganz Westeuropa ausgerottet. Mit der Freilassung der Luchskatze „Freia“ begann 2011 ein Wiederansiedlungsprojekt im benachbarten Nationalpark Kalkalpen. Charakteristisch für den Luchs sind seine Pinselohren und der Stummelschwanz. Luchse haben ihren bevorzugten Lebensraum in reich strukturierten Wäldern, die ihnen auch Beute bieten. Luchse sind Einzelgänger und beanspruchen ein Revier von ca. 10.000 – 25.000 ha für sich. Sie nehmen sehr weite Ortswechsel vor und können in einer Nacht 40 km weit wandern. Österreich spielt eine Hauptrolle bei der Vernetzung der Karpatenluchse mit den mitteleuropäischen Inselvorkommen. Die Region der Nördlichen Kalkalpen bildet ein Zentrum der Artenvielfalt im Herzen Österreichs und erfüllt gleichzeitig eine Korridorfunktion für den genetischen Austausch in den Norden, Süden, Osten und Westen.

N-Riesenauge_ChristianKomposch

Megabunus lesserti

Nördliches Riesenauge


Das Nördliche Riesenauge (Megabunus lesserti) macht seinem Namen alle Ehre. Im Gegensatz zu anderen Spinnentieren, die acht Augen besitzen, begnügen sich Weberknechte wie das Nördliche Riesenauge mit zwei Komplexaugen. Der Körper dieses Endemits ist nicht größer als ein Sonnenblumenkern. Die acht langen Beine machen ihn aber zu einem handflächengroßen Kletterkünstler. Die senkrechten Kalkfelsen zwischen dem Lugauer und dem Buchstein bilden sein Zuhause. Sollten Sie im Nationalpark Gesäuse also an hochgelegenen, steilen Felswänden vorbeikommen, werden etwas Geduld und Glück mit einem Blick in zwei wundervolle, überdimensional große Augen belohnt.

Loxospora cristinae_HK12418

Loxospora cristinae

Loxospora cristinae


Über die Krustenflechte Loxospora cristinae wissen wir erst seit kurzem, dass sie im Nationalpark Gesäuse vorkommt. Nur wenig ist über Bestand und Verbreitung bekannt, da sie von anderen Arten der Gattung nur durch chemische Analysen zu unterscheiden ist. 2018 wurde die Art erstmals in Österreich im Wildnisgebiet Dürrenstein entdeckt. Die Entdeckung der Art 2023 im Nationalpark Gesäuse ist nicht überraschend, denn sie gilt als Zeigerart für naturbelassene Wälder. Hier in den unberührten Wäldern findet sie jene besonders alten Bäume, die oft nur in Schutzgebieten zu finden sind.

Mannia_triandra_Petersgstammgraben_P7060315

Mannia triandra

Dreimänniges Zwerglungenmoos


Das Dreimännige Zwerglungenmoos (Mannia triandra) – ein unscheinbares Lebermoos – ist besonders gut an seinem herzförmigen, blaugrünen Erscheinungsbild zu erkennen. Auf flachgründigen Humusauflagen und Felsspalten mit kalkhaltigen Gesteinsuntergrund kommt es über die gesamte Nordhalbkugel verbreitet in kleinen, unzusammenhängenden Gebieten vor. In Europa hat es seinen Verbreitungsschwerpunkt in den österreichischen Alpen. Der Vegetationskörper ist nur sehr kurzlebig und stirbt nach Abgabe der Sporen bereits im Mai ab. An feuchten beschatteten Standorten kann das Moos teilweise noch etwas länger beobachtet werden.

Steirischer Nordostalpen-Blindkäfer_Arctaphaenops angulipennis styriacus_Steinkarhöhle_2016_Komposch (1)

Arctaphaenops angulipennis styriacus

Steirischer Nordostalpen-Blindkäfer


Wie sein Name vermuten lässt lebt der Steirische Höhlenlaufkäfer (Arctaphaenops angulipennis styriacus) tief in den kalten und feuchten Höhlen der nordöstlichen Kalkalpen. Fehlende Augen und Färbung, sowie ausgeprägte Tastborsten zeigen die besondere Anpassung an das Leben in finsteren Höhlen. Der Höhlenbewohner ist unglaublich schwer zu beobachten. Seit seinem Erstfund wurde er nur wenige Male in den Höhlen zwischen Gesäuse, Dürrenstein und Ötscher nachgewiesen. Erst 2016 wurde er im Nationalpark Gesäuse nach 80 Jahren wiederentdeckt. Der seltene Fund zeigt wie wichtig der Schutz dieser Höhlen ist und wie viel Unbekanntes wir darin noch entdecken können.

Robert Gamperl Video_Clusius-Schafgarbe-3_NPG

Achillea clusiana

Clusius Schafgarbe


Die Clusius-Schafgarbe (Achillea clusiana) kommt ausschließlich in Österreich vom Schneeberg bis zum Toten Gebirge vor und wächst auf Kalkschutthalden der höheren Lagen sowie in Schneetälchen. Sie besitzt die für Schafgarben typischen abgeflachten Doldenblüten, wobei die Dolde aus größeren Blütenköpfchen aufgebaut ist. Besonders auffällig ist ihr intensiver, aromatischer Duft, der sich beim Zerreiben der Blätter zwischen den Fingern entfaltet und deutlich stärker ist als jener der bekannten Wiesen-Schafgarbe. Dieser Geruch, verursacht von einer bunten Mischung ätherischer Öle, ist aber nicht nur ein praktisches Bestimmungsmerkmal, sondern dient als Schutzmechanismus vor dem Gefressen werden.

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Draba stellata

Sternhaar-Felsenblümchen


Das in Österreich endemische Sternhaar-Felsenblümchen (Draba stellata) findet dort seine Nische, wo viele andere Pflanzen längst an ihre Grenzen stoßen. In schwindelerregender Höhe klammert es sich an Felsspalten und Geröllfluren ‒ Lebensräume, wo Boden nur in Spuren vorhanden ist und Gestein die Landschaft bestimmt. Die Fähigkeit auf solch kargen Böden zu gedeihen und mit fast nichts auszukommen, brachte dieser erstaunlichen Pflanzenfamilie auch den Namen „Hungerblümchen“ ein. Die in kleinen Rosetten angeordneten Blätter sind von feinen Sternhaaren bedeckt, die ihnen ein graufilziges Aussehen verleihen. Diese schützen die Pflanze vor Kälte, intensiver Sonneneinstrahlung und Austrocknung. Im Frühsommer erscheinen die zarten, weißen Blüten, die dicht über dem Boden dem kräftigen Wind trotzen und zwischen den grauen Kalkfelsen aufleuchten.

Glatt-Brillenschötchen

Biscutella laevigata ssp. austriaca

Österreichisches Glatt-Brillenschötchen


Das Österreichische Glatt-Brillenschötchen (Biscutella laevigata ssp. austriaca) ist ein österreichischer Endemit und wächst auf kalkreichen Schuttfluren und trockenen, steinigen Magerrasen. Ihre derben, glänzenden Blätter reduzieren Wasserverlust und reflektieren starke Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig machen sie die Pflanze widerstandsfähiger gegenüber Wind, Kälte und der mechanischen Belastung durch bewegten Schutt. So wird das Blatt zum Schutz gegen die unberechenbaren Bedingungen der Alpen. Ihren Namen verdankt es den flachen, scheibenförmigen Früchten, die stets paarweise an einem Stiel sitzen und in ihrer Form an kleine Brillen erinnern.

Federnelke_©Maia_Lemarignier (2)

Dianthus plumarius ssp. blandus

Zierliche Federnelke


Die Zierliche Federnelke (Dianthus plumarius ssp. blandus) ist eine echte Spezialistin. Auf sogenannten Ruhschuttfluren, also den etwas ruhigeren Randbereichen der an sich dynamischen Schuttgräben, fühlt sie sich besonders wohl. Sie bildet eine kräftige, tiefe Pfahlwurzel aus, mit der sie sich im losen Schutt verankert. Besonders auffällig sind ihre rosafarbenen, stark gefransten Blüten, die von Mai bis Juli erscheinen. Ihr intensiver, an Honig erinnernder Duft ist oft schon wahrnehmbar, bevor man die Pflanze erblickt. Als sogenannter Endemit kommt sie ausschließlich in einem kleinen Gebiet zwischen Dachstein, Totem Gebirge und den Ennstaler Alpen vor, mit Verbreitungsschwerpunkt im Nationalpark Gesäuse.

Robert Gamperl Video_Ost-Alpen-Nelke-5_NPG

Dianthus alpinus

Ostalpen-Nelke


Die Ostalpen-Nelke (Dianthus alpinus) ist ein Endemit der nordöstlichen Kalkalpen und wächst bevorzugt auf sonnigen, steinigen Kalkrasen oberhalb der Baumgrenze. Im Volksmund wird sie auch „Almnagerl“ oder „Kuhdrecknagerl“ genannt, zwei bodenständige Namen, die wohl daher rühren, dass ihre leuchtenden Blüten auf den hochgelegenen Almweiden kaum zu übersehen sind. Von Juni bis September blüht sie beinahe ununterbrochen und setzt mit ihren rosafarbenen Blüten kräftige Farbakzente zwischen dem hellen Kalkgestein. Duft verströmen ihre Blüten dabei aber keinen. Stattdessen verlässt sich die Ostalpen-Nelke ganz auf ihre intensive Farbe und die offene Lage ihrer Standorte, um Schmetterlinge anzulocken, die mit ihren langen Saugrüsseln den tief verborgenen Nektar der Blüten erreichen und gleichzeitig die Bestäubung übernehmen.

Andreas Hollinger-11023a_NPG

Alchemilla anisiaca

Ennstaler Frauenmantel


Der endemische Ennstaler Frauenmantel (Alchemilla anisiaca) ist weltweit ausschließlich im Bereich des Gesäuses und der umliegenden Kalkgebirge zu finden, wo er bevorzugt auf alpinen Kalkrasen, Geröll und Felswänden wächst. Seinen Namen verdankt dem ersten dokumentierten Fund dieser Art im Jahr 1871 in den Haller Mauern durch Pater Gabriel Strobl aus dem Stift Admont. Charakteristisch sind seine tief eingeschnittenen, fein behaarten Blätter, die besonders an den Rändern dicht seidig schimmern. Solch stark behaarte Arten dieser Gruppe werden sehr treffend auch „Silbermantel“ genannt. Im Gegensatz dazu wirken seine kleinen, gelblichen Blüten nahezu unscheinbar, zumal ihnen auch die Kronblätter fehlen. Das lockt zwar keine typischen Bestäuber wie Bienen oder Hummeln an, dafür stoßen die Blüten mit ihrem dungähnlichen Geruch vor allem bei Fliegen auf großes Interesse. Dennoch vermehren sich alpine Frauenmantel-Arten oft nur vegetativ, da der kurze Sommer in den Bergen nicht jedes Jahr ausreicht, um ihre Samen vollständig ausreifen zu lassen.

Robert Gamperl Video_Schwarzrand-Margerite-11_NPG

Leucanthemum atratum

Schwarzrand-Margerite


Die Schwarzrand-Margerite (Leucanthemum atratum) ist ein Endemit der nordöstlichen Kalkalpen und kommt weltweit nur in diesem eng begrenzten Gebiet Österreichs vor. Sie wächst bevorzugt auf kargen, sonnigen Kalkrasen und Schutthalden der höheren Lagen. Auf den ersten Blick ähnelt sie der klassischen Margerite, doch ihr Name verrät bereits ein charakteristisches Merkmal. Die Hüllblätter ziert ein dunkler, fast schwarz wirkender Rand und erzeugt einen überraschenden Kontrast zu den sonst strahlend weißen Blütenblättern.

Steinadler

Aquila chrysaetos

Steinadler


Der Steinadler (Aquila chrysaetos) ist der König der Lüfte im Nationalpark. Mit seinen gewaltigen Flügeln, die eine Spannweite über 2 m erreichen können, nutzt er die Aufwinde an den Hängen des Gesäuses zur Jagd nach Murmeltieren und jungen Gämsen. Aber auch Aas stellt einen wichtigen Bestandteil der Nahrung da, wodurch Steinadler eine wichtige Rolle im Ökosystem durch die Beseitigung von Fallwild einnehmen. Steinadler binden sich ein Leben lang an ihren Partner und brüten gemeinsam in Horsten in den Steilwänden. Bis ins 20. Jahrhundert stark verfolgt und gejagt, konnte sich der Steinadler durch strengen Schutz in Österreich erholen.

Flussuferläufer

Actitis hypoleucos

Flussuferläufer


Der Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) ist ein kleiner Watvogel der an den Flüssen und Bächen des Nationalpark Gesäuse zu finden ist. Schotterbänke frei fließender Gewässer nutzt er zur Nahrungssuche und als Brutplatz. Als Bodenbrüter sind Flussuferläufer besonders durch Störung durch Menschen betroffen, weshalb diese Schotterbänke besonders zur Brutzeit (April bis Juni) nicht betreten werden dürfen. Nach der Brutzeit wachsen die Jungvögel schnell heran um sich im Spätsommer auf den Weg in die Überwinterungsgebiete in Afrika zu machen. Dafür legen sie bis zu 10.000 km zurück.

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Cottus gobio

Koppe


Die Koppe (Cottus gobio) ist ein nachtaktiver Bodenbewohner der sauerstoffreichen, schnell fließenden Flüsse im Gesäuse. Tagsüber versteckt sie sich zwischen und unter den Steinen des Flussgrunds und ist durch ihre graubraune Farbe kaum erkennbar. In der Nacht macht sie sich auf die Jagd nach kleinen Fischen, Insektenlarven und anderen benthischen Lebewesen. Die Koppe ist eine äußerst schlechter Schwimmer und bewegt sich vielmehr in kleinen Sprüngen vorwärts. Dabei prallen immer wieder aufgewirbelte Steine des Flussbetts gegen ihren Kopf. Ihr dafür extra großer Kopf verleiht ihr auch den englischen Namen „Bull-Head“.

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Glis glis

Siebenschläfer


Der Siebenschläfer (Glis glis) bewohnt Laub- und Mischwälder und nutzt dort Baumhöhlen in alten Beständen als Unterschlupf. Wie sein Name vermuten lässt verbringt das silbergraue Nagetier einen Großteil des Jahres mit Winterschlaf. Da er besonders auf Bucheckern zur Ernährung angewiesen ist, kommt es immer wieder zu starken natürlichen Populationsschwankungen, da Männchen sich nur fortpflanzen können, wenn sie im Vorjahr ausreichend Nahrung zu sich nehmen konnten. Siebenschläfer sind mit ihren großen Augen und Ohren besonders an das Leben in der Nacht angepasst. Die langen Schnurrhaare helfen zusätzlich bei der Navigation durch die Finsternis.

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Sphinx pinastri

Kiefernschwärmer


Wie der Name vermuten lässt, verbringt der Kiefernschwärmer (Sphinx pinastri) fast sein gesamtes Leben auf Kiefern. Während sich die nachtaktiven Nachtfalter am Stamm alter Bäume tagsüber verstecken, nutzen sie die Nacht zur Fortpflanzung und Eiablage. Die jungen Raupen sind grün und rostbraun, wodurch sie beim Fressen der Nadeln perfekt getarnt sind. Sobald sie genug gefressen haben, verpuppen sie sich am Boden unter herabgefallenen Nadeln und Moosen und überwintern so, bevor sie dann im Mai schlüpfen.

totenkopfschwaermer

Acherontia atropos

Totenkopfschwärmer


Der Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos) ist ein Nachtfalter der besonders durch seine gelbschwarze Farbe mit dem namensgebenden totenkopfförmigen Muster am Rücken hervorsticht. Als Wanderfalter verlässt er sein eigentliches Verbreitungsgebiet im Mittelmeerraum um die Sommermonate in Zentral- und Nordeuropa zu verbringen. Eine weitere Besonderheit dieses Schwärmers ist, dass er sich von Honig ernährt. Dazu dringt er in der Nacht in Bienenstöcke ein. Fühlen sie sich bedroht, können die sonst sehr schwer zu beobachtenden Totenkopfschwärmer quietschende und zurrende Geräusche in ihrem Mund erzeugen.

Greater mouse-eared bat ( Myotis myotis)

Myotis oxygnathus

Kleines Mausohr


Eines der seltensten Säugetiere in Österreich ist das Kleine Mausohr (Myotis oxygnathus). Als Insektenfresser müssen Fledermäuse auf Grund des fehlenden Nahrungsangebotes in der kalten Jahreszeit Winterschlaf halten. Die zahlreichen Höhlen im Nationalpark sind das ideale Winterquartier. Wiesen und Weiden werden zur Jagd nach Insekten genutzt. Die stark bedrohte Art findet in den dunklen Naturnächten im Nationalpark ideale Möglichkeiten nach Nahrung zu suchen. 2021 konnte das Kleine Mausohr erstmalig im Gesäuse nachgewiesen werden.

Goldrute

Solidago canadensis

Neophyten / Kanadische Goldrute


Als Neophyten werden gebietsfremde Arten bezeichnet, die bei uns erst seit der Entdeckung Amerikas vorkommen. Typischer Weise werden diese Arten anfangs als Zierpflanzen oder durch den weltenweiten Gütertransport eingeschleppt. Kommt es zu einer starken Ausbreitung und Verdrängung heimischer Arten und Lebensräume, werden sie als „Invasive Arten“ bezeichnet. Eine dieser invasiven Arten, die öfters auch im Nationalpark anzutreffen ist, ist die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), die an ihren langen goldgelben Blütenständen zu erkennen ist. Besonders stark verbreitet sie sich auf Trockenrasen und Brachflächen, wie zum Beispiel entlang der Eisenbahnstrecke durch den Nationalpark. Durch ihre hohe Wuchsform (bis zu 2m) und die langen Stiele, die auch nach der Vegetationsphase stehen bleiben, können sie diese Lebensräume stark verändern. Andere häufige invasive Arten sind das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera), das Weiße Berufkraut (Erigeron annuus) oder der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica).

Leuchtkäfer Weibchen in der Dämmerung im eigenen Licht – Light beetle Female in his own light at dusk

Lampyris noctiluca

Glühwürmchen


Der Große Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca), besser bekannt als „Glühwürmchen“, nennt die strukturreichen, unbeleuchteten Landschaften des Nationalparks seine Heimat. Die flugunfähigen Weibchen sitzen auf dem Boden und niedrigen Pflanzen und locken dort durch kräftiges grün-gelbes Leuchten des Hinterleibs Männchen an. Menschliche Lichtquellen können die Käfer dabei stark irritieren und den Fortpflanzungserfolg reduzieren. Durch die natürliche Dunkelheit im Nationalpark finden diese mystischen Wesen optimale Lebensbedingungen. Dieses Naturspektakel kann an Sommerabenden von Juni bis Juli beobachtet werden.

Vogel-Nestwurz

Neottia nidus-avis

Vogel-Nestwurz


Diese Orchideenart ist leicht zu übersehen, denn sie kommt ganz ohne dem Pflanzenstoff Chlorophyll aus. Die Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis) erscheint daher nicht im gewohnten Grün der Pflanzen, sondern in fahlem Ockerbraun und entwickelt auch keine bunten Blüten. Sie lebt in Symbiose mit einem Pilz, der ihr aus toter organischer Substanz Wasser, Nährstoffe und Zucker zur Verfügung stellt. Das ermöglicht der Vogel-Nestwurz, auch an schattigen Standorten zu wachsen. Im Nationalpark Gesäuse ist sie in Buchen-Mischwäldern relativ häufig anzutreffen.

Aesche

Thymallus thymallus

Äsche


Dort wo die Wassertemperatur nicht über 15°C steigt, ist die Äsche (Thymallus thymallus) zuhause. Das Wasser ist hier klar und sauerstoffreich, das Flussbett wird von Geröll und grob- bis feinkörnigem Kies gebildet. Nur auf den seichten Kiesbänken kann die Äsche ablaichen und ihren Nachwuchs sichern. Faktoren wie die Strukturarmut unserer Flüsse, Schwallbetrieb von Kraftwerken, die Erwärmung durch den Klimawandel und auch Fressfeinde haben zum Rückgang der Äsche in vielen heimischen Gewässern geführt. Das trifft auch auf weite Strecken der Enns zu, die den Nationalpark durchquert.

Russischer Bär_Maringer

Euplagia quadripunctaria

Spanische Flagge


Der größte Nacht-Schmetterling im Gesäuse ist gleichzeitig auch untertags zu beobachten. Die zur Familie der Bärenspinner gehörende Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria) erreicht eine Flügelspannweite von bis zu fünf Zentimeter. Die Art wird auch „Russischer Bär“ genannt. Die Vorderflügel sind schwarz-blau grundiert mit gelben Streifen, während die Hinterflügel in leuchtendem Orange mit schwarzen Punkten besonders auffallend in Erscheinung treten. Die gerne auf Wasserdost sitzenden Falter treten von Anfang Juli bis Mitte September auf.

Schnarrschrecke

Psophus stridulus

Rotflügelige Schnarrschrecke


Mit ihrem grau-braunen bis schwarzen Körper ist die Rotflügeligen Schnarrschrecke (Psophus stridulus) bestens im Gelände getarnt. Wird sie aber hochgeschreckt, entfalten sich beim Sprung ihre tief orange-roten Hinterflügel, die sich deutlich vom Körper und der Umgebung abheben. Der Flügelschlag der Männchen erzeugt zudem ein lautes, sehr charakteristisches Schnarren. Die Weibchen hingegen sind nur leise und eher selten zu hören. Diese unverkennbare Feldheuschrecke kann auf trockenen Magerrasen der Lawinenrinnen bis in eine Seehöhe von 2000 m beobachtet werden, sie kommt im Nationalpark aber auch an sonnigen Straßenböschungen vor.

AAAAA2AABB

Primula clusiana

Jagabluat


Die endemische Clusius-Primel (Primula clusiana) ist ein bunter Frühlingsgruß, wenn sie nach der Schneeschmelze ganze Hänge überzieht. Sie gedeiht auf feuchten Kalkfelsen und Steinrasen in der montanen bis alpinen Höhenstufe. Den Namen „Jagabluat“ (Jägerblut) verdankt die Pflanze ihren purpurnen Blüten. Diese nicht höher als 5 cm wachsende Primel ist charakteristisch für extreme Standorte und zwängt sich auch in enge Felsspalten.

Tannenhaeher

Nucifraga caryocatactes

Tannenhäher


Der Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes) ist im Gebirge maßgeblich an der Verbreitung der Zirbe beteiligt. Rund 10.000 Proviant-Plätze für den Winter legt ein einziger Vogel während einer Sammelsaison an und versteckt darin je ca. 10 Zirben-Nüsschen. Den überwiegenden Teil (80 %) dieser Orte kann sich der Tannenhäher merken. So ernährt er sich in den Wintermonaten. Der vergessene Rest reicht aus, um zu keimen und die nächste Generation eines Waldes zu sichern. Das macht den intelligenten Rabenvogel zum „geflügelten Förster des Zirbenwaldes“.

Gaemse im Steilfels

Rpicapra rupicapra

Gämse


Gämsen (Rupicapra rupicapra) bringen ihre eigenen Kletterschuhe und Steigeisen mit. Der ledrige Fußballen wirkt wie eine Antirutschsohle. Die außenliegenden harten Klauen oder „Schalen“ kann der Paarhufer weit auseinanderspreizen und wie Steigeisen einsetzen. Bereits kurz nach der Geburt folgen die Kitze dem Muttertier und meistern auch stark ausgesetztes Gelände problemlos. Gämsen müssen ihre exzellente Trittsicherheit nicht trainieren, sie liegt ihnen praktisch in den Genen. Außerdem sind sie recht verspielt. Vor allem die Kitze und Jahrlinge, so nennt man die einjährigen Tiere, springen gern im Kreis und vollführen regelrechte Tänze und Bocksprünge. Im Frühjahr beweisen sie sich als richtige Wintersportler. Da setzen sie sich gerne auf ihre Hinterläufe und rodeln die Schneefelder hinunter.

Andreas Hollinger-1420_NPG

Ophrys insectifera

Fliegen-Ragwurz


Diese besondere Orchideenart zieht nicht nur die Aufmerksamkeit menschlicher Betrachter auf sich. Auch Insekten werden von dieser Pflanze auf eine ganz spezielle Art angelockt. Die Blütenform der Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera) imitiert das Aussehen weiblicher Insekten und lockt in Kombination mit der Ausscheidung eines Sexualhormons männliche Insekten an. Getäuschte Grabwespenarten nehmen bei ihrem Paarungsritual mit der Blüte so die Pollen der Pflanze auf und verbreiten sie. Blumen mit dieser Fortpflanzungsstrategie werden als Sexualtäuschblumen bezeichnet.

petergstamm

Primula auricula

Aurikel


Die Aurikel (Primula auricula) ist eine der ersten, deren leuchtend gelbe Blüten man im Gesäuse im Frühling bewundern kann. Im Ennstal ist die kalkliebende Pflanze als „Petergstamm“ viel besser bekannt. Sie besiedelt felsigen Untergrund wie Kalkfelsspalten und Steinrasen, wodurch sie als Charakterart für die Felsregionen im Gesäuse gilt. Ausgestattet mit verdickten, wasserspeichernden Blättern sowie einer Wachsschicht, die vor Sonneneinstrahlung und Verdunstung schützt, ist sie optimal an das Leben im kargen Fels angepasst und schafft es hinauf in luftige Höhen bis annähernd 3000 m.

Murmeltier

Marmota marmota

Murmeltier


Im Nationalparkgebiet findet man Murmeltiere (Marmota marmota) nur südlich der Enns auf Bergwiesen. Murmeltiere verbringen viel Zeit unter der Erde und entgehen so ihrem Hauptfeind, dem Steinadler. Sie sind Vegetarier und fressen sich einen Winterspeck an, der sie während dem Winterschlaf durch die kalten Monate bringt. Beim Wandern sieht man die Nager manchmal beim Sonnen auf Steinblöcken. Das Sonnenbad hilft, lästige Insekten loszuwerden, während der Stein der Kühlung bringt. Hört man schrille Pfiffe, dann hat einen das Murmeltier zuerst entdeckt. So zeigen sie ihre Beunruhigung und warnen Artgenossen.

Andreas Hollinger-11053a_NPG

Campanula pulla

Dunkle Glockenblume


Die Dunkle Glockenblume (Campanula pulla) kommt ausschließlich in den nordöstlichen Kalkalpen vor und wird daher auch Österreich-Glockenblume genannt. Hier besiedelt sie feuchte Fels- und Schuttfluren, Dolinen sowie Schneetälchen, in denen der Winter bis weit in den Sommer hineinreicht. Dementsprechend spät zeigen sich ihre charakteristischen tiefvioletten Blüten erst ab Juli bis August. Durch Schmelzwasser oder starke Regenfälle entstehen Sturzfluten, die ganze Pflanzen mit in die Tiefe reißen können. So gelangt die Dunkle Glockenblume als sogenannter „Alpenschwemmling“ manchmal sogar bis hinunter an die Schotterbänke der Enns und beginnt dort wieder Wurzeln zu schlagen.

Andreas Hollinger-17373_NPG

Tatrao urogallus

Auerhuhn


Das Auerhuhn (Tatrao urogallus) gilt als der größte Hühnervogel Europas und gehört zu den sogenannten Raufußhühnern. Während der Balz versuchen die Hähne mit fächerartig aufgestellten „Schaufelfedern“ die Hennen zu beeindrucken. Besonders der in mehreren Strophen vorgetragene Balzgesang imponiert nicht nur den tierischen Zuschauern. Auerhühner stellen einen sehr hohen Anspruch an ihren Lebensraum. Daher gelten sie als „Schirmart“ für den Artenschutz. Das bedeutet, dass durch den Schutz des Auerhuhns gleichzeitig auch viele andere Arten mit ähnlichen Ansprüchen erhalten werden. Sie lieben lichte, abwechslungsreiche Bergwälder, besonders wenn es einen dichten Unterwuchs aus Zwergsträuchern wie Heidelbeere gibt. Mittlerweile ist dieser prächtige Vogel sehr selten geworden.

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Rhodothamnus chamaecistus

Zwergalpenrose


Die kleine, zierliche Pflanze blüht je nach Höhenlage von Mai bis Juli und hat charakteristische rosarote und verhältnismäßig große Blüten. Die in den Ostalpen endemische Zwergalpenrose (Rhodothamnus chamaecistus) wächst als immergrüner Zwergstrauch und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 40cm. Sie kann zwar nicht ganz so alt wie ihre „große Schwester“, die Alpenrose werden, schafft aber doch erstaunliche 40 Jahre.

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Papaver alpinum ssp. alpinum

Nordost-Alpenmohn


Der Nordost-Alpen-Mohn (Papaver alpinum ssp. alpinum) ist bisher nur aus der Steiermark sowie Ober- und Niederösterreich bekannt und ein eindrucksvolles Beispiel für die spezialisierte Vielfalt hochalpiner Lebensräume. In den kalkreichen Schutthalden der nördlichen Kalkalpen hat er sich an extreme Bedingungen angepasst. Die zarten, weißen Blüten des Nordost-Alpen-Mohns täuschen über seine ökologische Robustheit hinweg. Mit seiner tiefen Pfahlwurzel, dem polsterförmigen Wuchs und einem verzweigten Feinwurzelsystem ist er in der Lage, den Schuttstrom zu stoppen und ruhende Inseln zu schaffen, auf denen sich in der Folge andere Arten ansiedeln können. Ein echter Pionier der Alpen.

Tamariske

Myricaria germanica

Ufertamariske


Die Ufer-Tamariske (Myricaria germanica) wächst auf feinsediment- und schotterreichen Pionierstandorten, wie etwa durch Hochwässer neu gebildete Schotterbänke und Uferbereiche in den Aulandschaften alpiner und voralpiner Fließgewässer. Die Ufer-Tamariske hat es sich zum Vorteil gemacht, selbst nach einer zentimeterdicken Überschüttung von Feinsediment wieder auszutreiben. Dies verschaffte der Pflanze einen Konkurrenzvorteil gegenüber anderem Ufergehölz. Doch diese historisch im Ostalpenraum einst weit verbreitete Art hat durch den massenhaften Verbau von Gebirgsbächen und -flüssen in den vergangenen 150 Jahren einen drastischen Rückgang erlitten. Mit Ausnahme weniger vereinzelter Fließgewässer(-systeme) ist die Ufer-Tamariske in Österreich sehr selten geworden und in vielen Regionen inzwischen ausgestorben.

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Pardosa saturatior

Gebirgsbach-Laufwolf


Trockene Schuttrinnen beherbergen zwar eine artenarme, dafür aber ganz eigenständige Artenzusammensetzung. Die im Nationalpark am häufigsten in Schutt anzutreffende Art ist der Gebirgsbach-Laufwolf (Pardosa saturatior). Diese als gefährdet eingeschätzte Wolfsspinne kommt neben Österreich nur in der Süd-Schweiz und in Nord-Italien vor und ist somit ein echter Alpen-Endemit.

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Silene acaulis

Stängelloses Leimkraut


Das Stängellose Leimkraut (Silene acaulis) ist eine wahre Alpinistin, sie kommt bis zu einer Höhe von 3.600 m noch vor. An die dort rauen Bedingungen hat sie sich mit ihrer niedrigen und polsterförmigen Wuchsform perfekt angepasst. Im Polster halten sich Feuchtigkeit und Wärme, das kleine Nelkengewächs sorgt so selbst für ein ihr günstiges Mikroklima. Die Polster dieser nur 3 cm hohen Pflanze können einen Durchmesser von bis zu 2 m erreichen und unglaubliche 100 Jahre alt werden.

grünesbergmoos

Dicranum viride

Grünes Besenmoos


Das Grüne Besenmoos (Dicranum viride) wächst bevorzugt an der Rinde dicker, alter Buchen und bildet dort kleine, grüne Polster. Die langausgezogenen Blätter sind leicht brüchig und dienen der vegetativen Verbreitung. Sexuelle Vermehrung hingegen ist relativ selten bei diesem europaweit geschützten Laubmoos zu beobachten. Das Grüne Besenmoos gehört nicht zu den Alpinisten. Ab einer Höhe von 1000 m kommt es kaum mehr vor. Für die Bestände im Gesäuse konnte bisher ein sehr gut bis guter Erhaltungszustand festgestellt werden.

Schneehase

Lepus timidus varronis

Schneehase


Den 50 bis 60 Zentimeter großen Schneehasen (Lepus timidus varronis) glücklicherweise einmal zu Gesicht zu bekommt, ist gar nicht so einfach. Um seinen Fressfeinden auszuweichen, ist er hauptsächlich nachts unterwegs. Morphologisch ist er perfekt an ein Leben im Hochgebirge angepasst. Stark behaarte Pfoten helfen ihm wie Schneeschuhe vor dem Einsinken im tiefen Schnee. Das weiße Fell dient zur Tarnung in der Winterlandschaft und isoliert aufgrund hohem Lufteinschlusses auch hervorragend. Um auch in der schneefreien Zeit unentdeckt zu bleiben, wechselt er im Jahresverlauf drei Mal seine Fellfarbe, eine evolutionäre Anpassung, die in Zeiten des Klimawandels und immer häufiger ausbleibender Schneebedeckung jedoch zum Nachteil für den Schneehasen werden kann.

schneerose

Helleborus niger

Schneerose


Die Schneerose (Helleborus niger) ist eine ausgesprochene Frühblüherin. Ihre Hauptblühzeit hat sie von Februar bis April, nicht selten jedoch kann man ihre auffallend großen Blüten schon zur Weihnachtszeit entdecken, was ihr auch den Namen „Christrose“ verschafft hat. Trotz ihrer strahlendweißen Blüten wird sie auch „Schwarze Nieswurz“ genannt, da Wurzeln und Rhizom schwarz gefärbt sind. Die Schneerose kann an geeigneten Standorten 25 Jahre alt werden. Wie die meisten Frühlingsblüher ist auch sie giftig.

Apollofalter

Parnassius apollo

Apollofalter


Zu den wohl schönsten Faltern der Bergregionen zählt der Rote Apollo (Parnassius apollo), wenn er majestätisch und scheinbar schwerelos über die Felswände herabschwebt. Er bewohnt im Gesäuse offene, steinige Hänge, Schuttflure und gut besonnte Lawinenhänge. An diesen Orten gedeiht der Weiße Mauerpfeffer in größeren Beständen, den die Raupen des Falters als Futterpflanze nutzen. Die Populationen innerhalb der Nationalparkgrenzen sind untereinander gut vernetzt und haben auch Anschluss an Populationen außerhalb des Nationalparks. Die Lebensräume sind ausreichend groß, von guter Qualität und aufgrund der schweren Zugänglichkeit vom Menschen weitgehend unbeeinflusst.

Goldglänzender Laufkäfer_AlinaSchramm

Carabus Auronitens Intercostatus

Goldglänzender Laufkäfer


Der drei Zentimeter große Goldglänzende Laufkäfer beeindruckt mit seinen leuchtenden Farben. Räuberisch durchstreift der überwiegend nachtaktive Käfer sowohl Nadel- als auch Laubwälder auf der Suche nach seiner Beute, die aus Insekten, Schnecken oder Würmer besteht. Dort versteckt er sich unter Totholz oder Rinde und auch im Moos. Alle im Nationalparkgebiet vorkommenden Individuen sind subendemisch und gehören zur Unterart Carabus auronitens intercostatus.

Kreuzotter

Vipera berus

Kreuzotter


Die Kreuzotter (Vipera berus) ist besonders gern in kühlen Lebensräumen im Gebirge unterwegs. Neben der markanten braunen Musterung können auch komplett schwarze Individuen der Kreuzotter beobachtet werden. Diese Variante wird auch „Höllenotter“ genannt. Im Gegensatz zu vielen anderen Schlangenarten ist die Kreuzotter lebendgebärend. Das Weibchen trägt die Eier bis zum Schlüpfen im eigenen Leib. So können die Eier besser reifen als in den kalten alpinen Böden. Als einzige Giftschlange im Nationalpark Gesäuse ist ihr schmerzhafter Biss für gesunde, erwachsene Menschen zwar nicht tödlich, sollte jedoch nicht unterschätzt werden und ein Arzt sollte jedenfalls aufgesucht werden.

Scharzspecht beim Fuettern

Dryocopus martius

Schwarzspecht


Der Schwarzspecht (Dryocopus martius) ist der größte Specht in Europa. Er wird so groß wie eine Krähe, hat durchwegs schwarzes Gefieder und einen roten Scheitelfleck, der sich beim Weibchen auf den Nackenbereich beschränkt. Der Schwarzspecht bevorzugt geschlossene, großräumige Wälder mit hohem Altholzanteil. Zu seiner Nahrung zählen Ameisen und holzbewohnende Käfer, sowie deren Larven. Auf der Suche nach Nahrung zerhackt er Baumstümpfe, löst die Rinde von Bäumen oder durchwühlt Ameisenhaufen. „Stumme Zeugen“ seiner Anwesenheit sind längsovale Löcher in meist morschen Altholzbäumen.

alpensalamander

Salamandra atra

Alpensalamadner


Der Alpensalamander (Salamandra atra) ist pechschwarz und glänzend. Er kommt in feuchten Wäldern, Almen und Zwergstrauchheiden bis zu 3.000m Seehöhe vor. Im Gegensatz zu anderen Salamanderarten ist er bei der Fortpflanzung nicht an Gewässer gebunden, da er die Jungtiere voll entwickelt lebend gebärt. Die Weibchen tragen die Jungtiere zwei bis drei Jahre in sich, zuerst als Ei, dann als Embryo und schließlich als fertig herangewachsene Jungtiere. Die langsame Entwicklung ist auf die lange Winterruhe zurückzuführen, die bis zu 8 Monate andauern kann. Zwischen Ende April und September kann der Alpensalamander speziell bei feuchtem Wetter beobachtet werden.

wasserlaeufer

Cinclus cinclus

Wasseramsel


Der kleine quirlige Vogel kann Tauchen und dabei bis zu 15 Sekunden unter Wasser bleiben, um Nahrung zu suchen. Damit das Gefieder nicht nass wird, wird es mit einem Sekret aus der Bürzeldrüse imprägniert. Speziell geformte Flügel und ein kurzer Schwanz eignen sich bestens zum Rudern unter Wasser. Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) ist mit ihrem weißen Kehlfleck unverwechselbar und eine Charakterart sauberer Gebirgsbäche und Flüsse. Beobachten kann man sie leicht auf Steinen und Blöcken am Wasser und mit ihren typischen „zit“- oder „zrik“-Rufen kann man sie auch häufig hören.

Schneehuehner

Lagopus mutus helveticus

Schneehuhn


Das Schneehuhn (Lagopus mutus helveticus) lebt das ganze Jahr über auf den Gipfeln der Gesäuseberge. Die kurze Vegetationsperiode wird zur Fortpflanzung genutzt, im Winter ist Energiesparen angesagt. Bei großer Kälte graben Schneehühner im lockeren Schnee eine Höhle und bauen sich so ihr eigenes „Iglu“. Selbst wenn draußen ein eisiger Wind weht, hat es drinnen gemütliche Temperaturen um die null Grad. Hornplättchen an den Zehen wirken wie Schneeschuhe und verhindern, dass die Raufußhühner einsinken. Mit diesen Tricks überstehen die Hochgebirgsbewohner die kalte Jahreszeit.

Dohle

Pyrrhocorax graculus

Bergdohle


Die schwarzen Luftakrobaten mit gelbem Schnabel und orangen Füßen sind oft eine willkommene Attraktion bei der Gipfeljause. Sie sind ausgezeichnete Flieger, die bei ihren geschickten Manövern zwischen 70 und 80 km/h erreichen können. Die Bergdohle (Pyrrhocorax graculus) besiedelt den gesamten Alpenraum und beweist sich dabei als anpassungsfähiger Überlebenskünstler. Sichtungen von Bergdohlen in Tal nahen Gebieten werden als Anzeichen von Schlechtwetter und Schnee angesehen. Tatsächlich legen Bergdohlen ab den ersten nachhaltigen Schneefällen täglich bis zu 20 km aus dem Hochgebirge in nahegelegene Siedlungen zurück.