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20 Jahre Nationalpark Gesäuse

Chronik des Nationalpark Gesäuse


Anlässlich unseres 20-Jahre-Jubiläums 2022 haben wir im Archiv gestöbert und die Höhepunkte des Naturschutzes im Gesäuse hervorgehoben. Blättern Sie durch die lange Geschichte des einzigen Nationalpark der Steiermark – noch weit vor der Gründung am 26.10.2002! Lesen Sie hier die gesamte Geschichte!

2022

20 Jahre Nationalpark Gesäuse

Am 26.10.2022, dem 20. Geburtstag des einzigen steirischen Nationalparks, werden wir den Nationalpark Gesäuse gebührend feiern. Bleiben Sie immer up to date, was unsere Jubiläums-Veranstaltungen angeht, in unserem Kalender!

2018

Biotopschutzwald als Meilenstein

Darf man den Wald sich selbst überlassen? Holzertrag ist nicht das Ziel des Nationalpark Gesäuse, vielmehr das Zulassen der freien natürlichen Entwicklung. Daher braucht es auch keine waldbaulichen Eingriffe. Ganz gesetzeskonform darf sich seit 2018 eine Waldwildnis auf ca. 85% der Nationalparkfläche und ca. 70% der reinen Waldfläche im Nationalpark entwickeln. Für den Naturschutz im Gesäuse ist das ein echter Meilenstein!

2017

Gründungssitzung des Jugendbeirates, sponserd by GRAWE sidebyside

Die ersten Mitglieder: Teresa Garstenauer, Sabrina Leitold, Jasmin Maunz, Anja Gruber, Fabian Gruber, Nora Landl – mehr Informationen zum Jugendbeirat auch hier.

2012

Wildmanagement ist bleifrei

Die seit Herbst 2012 im Nationalpark Gesäuse eingesetzten bleifreien Büchsengeschosse bestehen ausschließlich aus Kupferlegierungen welche nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen für den Menschen sowie für Tiere völlig unbedenklich sind. Sämtliche Büchsenmunition der Berufsjäger wurde auf Kupfergeschosse umgestellt und das Projekt bis Ende des Jagdjahres 2015 wissenschaftlich begleitet.

2010

Mehr Platz für natürliche Gewässer

Der namensgebende Wildbach im Johnsbachtal hat früher bei Hochwässern den gesamten Talboden der Zwischenmäuerstrecke von Silberreith bis zur Bachbrücke überschwemmt. Um die Zufahrtsstraße zur Ortschaft Johnsbach zu sichern, wurden zwischen 1951 und 1974 Durchstiche, Begradigungen, Sohlschwellen, Abstürze und Drahtbuhnen errichtet. Bereits 1999, bei den Vorbereitungen zur Nationalpark-Gesäuse-Gründung, gab es Empfehlungen zur Revitalisierung des hart verbauten Johnsbaches. Deutliche Verbesserungen für diesen Lebensraum wurden im Rahmen des LIFE-Projekts von 2006 bis 2010 umgesetzt. Dabei entfernte man künstliche Abstürze und Verbauungen, der Mündungsbereich wurde naturnah gestaltet und Aufweitungsstrecken geschaffen. Besucher können den Wildbach entlang des Themenwegs „Wilder John“ erleben.

2009

Start für den ökologischen Verbund

Die Nationalparks Kalkalpen und Gesäuse, sowie das Wildnisgebiet Dürrenstein beginnen mit der Zusammenarbeit, um den ökologischen Verbund  im Gesamtgebiet sicherzustellen. Das Gebiet wird zur Pilotregion für den ökologischen Verbund im Rahmen der Alpenkonvention erklärt.

2004

Errichtung Weidendom und Pavillon

Mit dem Weidendom entsteht in der Nähe der Johnsbachmündung ein großes Outdoor-Besucherzentrum, das im Lauf der Jahre um Themenwege und weitere Einrichtungen, wie den preisgekrönten begehbaren ökologischen Fußabdruck, ergänzt werden wird. Der kleine Ort Gstatterboden erfährt mit dem Pavillon und dem Bau einer Umfahrung eine Aufwertung.

26.10.2002

Geburtsstunde des Nationalpark Gesäuse

Die Steiermark hat ihren ersten Nationalpark. Nach langen Kämpfen, Anläufen und Vereitelungen. Die internationale Anerkennung lässt nicht lange auf sich warten, bereits am 05.12.2003 ist der Nationalpark Gesäuse auch vor den Augen der IUCN hochoffiziell ein Nationalpark der Kategorie II.

2001

Ein Verein legt sich ins Zeug

Der „Verein Nationalpark Gesäuse“, der für die Gründung eines Nationalparks Gesäuse urgiert, wird gegründet. Eine Machbarkeitsstudie wird beschlossen. Aber auch Widerstände zeigen sich. In einer so benannten „Schutzgemeinschaft“ schließen sich Kritiker zusammen, die zu starke Nutzungseinschränkungen im Bereich der Jad, Forst- und Almwirtschaft fürchten. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie liegt vor und sie bescheinigt die Durchführbarkeit. Uneins ist man sich indes nach wie vor auf lokaler Ebene. Die Bürger teilen sich in Befürworter und Gegner auf. So greift man 2001 auf ein basisdemokratisches Instrument zurück und erteilt der einheimischen Bevölkerung das Wort. Eine Volksabstimmung soll und wird Klarheit bringen.

1996

Das Jahr der Nationalparks

1996 bringt entscheidende Wendungen für alle vier noch in Entstehung befindlichen Nationalparks. Der Nationalpark Donau-Auen wird eröffnet, im oberösterreichischen Landtag beschließt man das Nationalparkgesetz für einen Nationalpark Kalkalpen, im Thayatal legen Bürgermeister von fünfzehn betroffenen Gemeinden eine Resolution für die Errichtung eines Nationalparks Thayatal vor – und auch im Gesäuse bündelt man politische Kräfte zur Durchsetzung dieses steirischen Nationalparks. Auch hier sind es Bürgermeister, die sich in einer Willenserklärung offen für einen Nationalpark Gesäuse aussprechen. Noch im selben Jahr bringt man einen überparteilichen Antrag dazu im Nationalrat ein. Das veranlasst die Landesregierung zu einem Grundsatzbeschluss. Man will diesen Nationalpark.

1987

Naturdenkmal

Die Enns im Gesäuse-Eingang wird zum Naturdenkmal erklärt. Damit wäre vorangegangenen und künftigen Kraftwerksvorhaben ein für alle Mal ein Riegel vorgeschoben. Die „rechtliche Notbremse“ greift. Nur ein Jahr später erfolgt die Erklärung: Die Enns im Bereich des Gesäuse-Eingangs firmiert offiziell als Naturdenkmal.

1986

Immer wieder Wasserkraft

1986 wird abermals ein Projekt vorgestellt, das die Wasserkraft der Enns für sich nutzen möchte. Es formiert sich Widerstand und diesmal schließt man sich in einer Interessensgemeinschaft „Plattform Gesäuse“ zusammen.

1920-1950

Spekulationen und Planungen zur Wasserkraft

Planungen zur Nutzung der Wasserkraft im Bereich Enns-Gesäuseeingang entstehen. In einer Variante A sieht man acht Staustufen an der Enns vor, eine Variante B zielt auf die Ableitung der Enns vom Gesäuse-Eingang durch einen Stollen im Bauchsteinmassiv in einen Stausee bei St. Gallen. Ein Kraftwerk in Weißenbach an der Enns soll das Wasser dann abarbeiten. Ein Megaprojekt, das vorerst einmal durch den Widerstand von Alpin- und Naturschutzvereinen sowie durch die Notjahre der Zwischenkriegszeit vereitelt werden kann. Es wird jedoch nicht das letzte Mal sein, dass derlei Pläne zur Nutzung der Enns-Wasserkraft wieder aus der Schublade hervorgezaubert werden. Der Wasserkraft-Hype der Nachkriegszeit macht auch vor dem Gesäuse nicht Halt. Wie bereits in allen anderen Nationalpark-Regionen gibt es auch für die Wasserkraftnutzung der Enns große Pläne. Mitte der 50er-Jahre wird bei Hieflau am östlichen Ende des Gesäuses ein Kraftwerk mit Wehranlage, Ableitungsstollen und Stausee errichtet.

1913

Erste Vorschläge für steirischen Naturschutzpark

Ein solcher soll zunächst in den Niederen Tauern entstehen, er wird jedoch am Widerstand von ansässigen Grundbesitzern scheitern. Noch ahnt man nicht, dass die Steiermark knapp ein Jahrhundert später doch noch zu ihrem Schutzgebiet kommen soll – in Form eines Nationalparks im Gesäuse.

1889

Erste Maßnahme zum Schutz der Gesäuse-Landschaft

Es ist das Gründungsjahr der Steiermärkischen Landesforste, die zur Verhinderung von Bodenspekulationen weite Teile des Gesäuses erwerben und diese damit aus der Spekulationsmasse herauslösen.